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Glossar

Wir stellen Ihnen hier eine Sammlung von kurzen Erklärungen zu wichtigen CSR-Begriffen zur Verfügung und weisen auf die jeweiligen Quellen hin. Die Liste wird regelmäßig erweitert. Schlagen Sie uns gerne Begriffe vor, die hinzugefügt werden sollten.

CSR

Die Kommission der Europäischen Gemeinschaft definiert CSR „als ein Konzept, das Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“. Der Begriff „Stakeholder“ schließt dabei zusätzlich zu den direkten Anteilseignern des Unternehmens (Shareholder) weitere Anspruchsgruppen, wie zum Beispiel Investoren und Kunden, Mitarbeiter und Management, Gläubiger und Lieferanten sowie die Gesellschaft insgesamt mit ein.
(Quelle: Kommission der Europäischen Gemeinschaft (2002), S. 3).

Ethik

Als Bereich der Philosophie beschreibt die Ethik u.a. das sittliche Handeln des Menschen. Einfach ausgedrückt befähigt die Ethik zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Im internationalen Kontext ist der Begriff jedoch wesentlich komplexer, da Ethik Moral und Wertevorstellungen voraussetzt, die oftmals erlernt, kulturell und religiös geprägt und aufgrund von Gewohnheiten als korrekt angesehen werden.

GRI

GRI ist eine unabhängige internationale Organisation, die seit 1997 als Pionier der Nachhaltigkeitsberichterstattung tätig ist. GRI hilft Unternehmen und den Regierungen weltweit, ihre Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsthemen wie z.B. Klimawandel, Menschenrechte und soziales Wohlergehen zu verstehen und zu kommunizieren. Dies ermöglicht ein echtes Handeln, um soziale, ökologische und wirtschaftliche Vorteile für alle zu schaffen. Die von der Initiative entwickelten GRI Sustainability Reporting Standards (GRI Standards) sind die ersten und am weitesten verbreiteten globalen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Praxis der Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen inspiriert zur Verantwortlichkeit, hilft bei der Identifizierung und Steuerung von Risiken. Die Berichterstattung nach den GRI-Standards unterstützt Unternehmen, ob öffentlich oder privat, ob groß oder klein, beim Schutz der Umwelt und der Gesellschaft, während sie gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich ist, indem sie die Beziehungen zu ihren Interessengruppen verbessert, den Ruf stärken und Vertrauen schaffen.

>>hier geht’s zur Homepage der GRI

Grüne Logistik

Für den Begriff Grüne Logistik existiert eine Vielzahl von Definitionsansätzen. Diese beziehen sich auf unterschiedliche Themengebiete, wie z.B. die Reduzierung des Treibstoffverbrauchs oder die Ermittlung transportbezogener CO2-Emissionen. Die Integration der Grünen Logistik in die Unternehmensstrategie steht dabei für Umweltverträglichkeit und Ressourceneffizienz innerhalb der gesamten Logistikkette. „Grüne Logistik umfasst alle Maßnahmen zur Auslastungsoptimierung, Bündelung und Tourenoptimierung, um so Verkehr und verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren. Des Weiteren beinhaltet sie Maßnahmen zur Reduzierung verkehrsbedingter und stationärer Umweltbelastungen der Logistik [...]. Zur Grünen Logistik zählt zudem die Gestaltung umweltfreundlicher Logistikprodukte, die für Kunden im Vergleich zu klassischen Logistikprodukten einen umweltrelevanten Mehrwehrt bieten.“ (Quelle: Lohre, D./Herschlein, St. (2010), S.4). Bei der Integration „Grüner Logistik“ werden verschiedene Funktionsbereiche eines Unternehmens angesprochen. Dazu zählen Unternehmensleitung, Personal, Beschaffung, Absatz, Produktion sowie der eigene Fuhrpark und die Infrastruktur. (Quelle: Lohre, D./Herschlein, St. (2010), S.14).

>> zum Paper Grüne Logistik

ISO 26000

Seit 2010 gilt die ISO 26000 als freiwillige Leitlinie für Unternehmen, die sozial verantwortlich, ethisch und transparent handeln wollen. Da es sich um eine Leitlinie handelt, können sich Unternehmen nach ISO 26000 nicht zertifizieren lassen. Stattdessen klärt die Leitlinie darüber auf, was soziale Verantwortung ist, hilft Unternehmen und Organisationen, Prinzipien in effektive Handlungen umzusetzen und tauscht bewährte Praktiken im Zusammenhang mit sozialer Verantwortung weltweit aus. Sie richtet sich an alle Arten von Unternehmen, unabhängig von ihrer Tätigkeit, Größe oder Lage.

>> hier geht’s zur Homepage der ISO 26000

KMU

Kleine und mittlere Unternehmen ( Quelle: IfM Bonn - Institut für Mittelstandsforschung)

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“
(Quelle: Brundlandt Bericht (1987)).
Es existieren zahlreiche Definitionen, die je nach Themenschwerpunkt stark voneinander abweichen können. Dennoch schließen heute aber nahezu alle Definitionen soziale, ökologische und ökonomische Belange mit ein und das Ziel ist es alle drei Säulen in Einklang zu bringen. Um dieses Ziel zu konkretisieren wurden von den Vereinten Nationen (UN) 17 Ziele festgelegt, die der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung dienen; Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Sustainable Development Goals (SDGs)

Die SDGs wurden auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2015 von den Vereinten Nationen vorgestellt. Diese umfassen in Kürze:

  1. Armut beenden (no poverty)
  2. Ernährung sichern (zero hunger)
  3. gesundes Leben für alle (good health and well-being)
  4. Bildung für alle (quality education)
  5. Gleichstellung der Geschlechter (gender equality)
  6. Wasser und Sanitärversorgung für alle (clean water and sanitation)
  7. nachhaltige und moderne Energie für alle (affordable and clean energy)
  8. nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit für alle (decent work and economic growth)
  9. widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung (industry, innovation and infrastructure)
  10. Ungleichheiten verringern (reduced inequalities)
  11. nachhaltige Städte und Siedlungen (sustainable cities and communities)
  12. nachhaltiger Konsum und Produktionsweisen (responsible consumption and production)
  13. Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen (climate action)
  14. Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen (life below water)
  15. Landökosysteme schützen (life on land)
  16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen (peace, justice and strong institutions)
  17. Umsetzungsmittel und globale Partnerschaften stärken (partnerships for the goals).

(Quelle: UN, 2015)

Textile Kette

Die textile Kette (oder auch Wertschöpfungskette) umfasst die Gesamtheit aller Produktions- und Handelsstufen, die ein Textil während seiner Herstellung durchläuft. Zu Beginn steht die Fasergewinnung oder -erzeugung, der Spinnereiprozess, gefolgt von der Herstellung textiler Flächen (z.B. Geweben oder Strickwaren), Veredlungsprozesse und die Konfektion. Darüber hinaus zählen auch der Handel, der Gebrauch und die Entsorgung oder Recyclingprozesse mit zu den Stufen der Wertschöpfungskette. Die textile Kette ist sehr komplex aufgebaut und erstreckt sich über Landesgrenzen hinweg. So ist es nicht unüblich, dass Baumwolle aus Pakistan in Indien gesponnen und gewebt wird, anschließend in der Türkei gefärbt, in Deutschland verkauft und getragen wird und am Ende in Afrika entsorgt wird.

Veredlung

Die Veredlung von Textilien hat in der gesamten Wertschöpfungskette einen zentralen Stellenwert. Sie ist von elementarer Bedeutung, verleiht jedem Textil besondere Eigenschaften und trägt dazu bei, textiles Material in den unterschiedlichsten Kontexten nutzen zu können. Veredlung umfasst die Prozesse des Färbens und Druckens, aber auch Ausrüstungsverfahren, um eine besondere Optik, Haptik oder funktionale Eigenschaft zu erzielen. Überwiegend nutzt sie Verfahren der Textilchemie, es kommen aber auch rein mechanische oder thermische Verfahren zum Einsatz. In vielen Fällen werden mehrere Verfahren kombiniert.

>> zum Paper Veredlung